Doppeltes Schützenfest

By | 9. September 2019

Letzte Woche Sonntag, 01.09.2019 um 12 Uhr empfingen die Mannen von Trainer Jens Röttgen die zweite Vertretung des BSV Weißenthurm. Nachdem man in den ersten beiden Saisonspielen eher Fußballmagerkost angeboten hatte, nahm sich die Mannschaft in der Trainingswoche Besserung vor mit dem klaren Ziel, ihren treuen Anhängern wieder mehr spielerische Glanzmomente zu bieten. Entsprechend waren es auch unter der Woche bereits 16 und in der darauffolgenden Trainingseinheit sogar 19 Spieler, die intensiv um einen Platz in der ersten Elf fürs Wochenende warben!


Trainer Jens Röttgen stand nun vor der Qual der Wahl und schickte schließlich den wieder genesenen Helge Bußmeier zwischen die Pfosten und änderte die direkt davor positionierte Viererkette auf gleich drei Positionen. Michael Hoppen nahm die Position des zweiten Innenverteidigers neben Sebastian Eulberg ein und Dominik Lichtenberg sollte ohne Festival in den Knochen die linke Seite wieder zur uneinnehmbaren Festung wie in der Vorsaison machen.

Für Bassenheims Ballvirtuosen Vittorio „Thiago“ Tesan rutschte sein Bruder Luca Tesan auf die rechte Seite und sollte fortan mehr Dampf als die feine Klinge auf’s Bassenheimer Grün bringen. Florian „The Machine“ Schunk, der gefühlte zehn Wochen mit seiner wunderschönen Angetrauten in den Flitterwochen verbracht hatte, fiel die Aufgabe zu das linke Mittelfeld gehörig durcheinander zu wirbeln.


Und was die Mannschaft sich vorgenommen hatte, konnte man auch sofort auf dem Platz sehen: Laufbereitschaft, Zweikampfstärke, Ruhe am Ball und eine enorme Passsicherheit, gepaart mit purem Spielwitz, führten dazu, dass sich viele Zuschauer verwundert die Augen rieben. Von der ersten Minute an ließen unsere Farben den Ball gut in den eigenen Reihen zirkulieren, wobei Michael Hoppen durch seine lautstarken helfenden Kommandos stetig auf sich aufmerksam machte.


Es dauerte auch nur bis zur 15. Minute, bis Luca Tesan den Ball, nach einer von Denis Wießner getretenen Ecke, unnachahmlich per Seitfallzieher in den rechten oberen Winkel schraubte und somit seinen ausgewanderten Bruder schnell vergessen ließ. Nur eine Minute später war es dann Rückkehrer Florian Schunk, der sich von links in den Strafraum tankte, drei Verteidiger inklusive Torwart ausguckte und den Ball rechts unten ins Eck legte.Da dieser Spielzug so gut funktioniert hatte, war es nicht die schlechteste Idee, nochmals über die linke Seite einen Angriff über unseren Flo zu starten. Und dieser schüttelte erneut zwei bis drei Verteidiger souverän ab und lumpte den Weißenthurmer Keeper im kurzen Eck: 3:0!!!


Nun hatte man also die linke Seite als absolute Schokoladenseite für Bassenheimer Angriffe ausgemacht und somit schickte Dominik Lichtenberg Flo mit einem schönen Pass in den freien Raum. Dieser sah aus dem Augenwinkel Fabian Sperk wie ein geölter Blitz in der Mitte heranstürmen, Flanke, Kopfball, Tor! Geiles Tor, Fabi!


In der 23. Minute war es dann wieder Florian Schunk, der einen unsauber gespielten Ball abfing und chancenlos unten links platzierte.
Jetzt wollte man es etwas ruhiger angehen lassen und den Ball in den eigenen Reihen eine Weile laufen lassen. Natürlich schlich sich dort auch der eine oder andere Abspielfehler ein, der es dem Gegner erlaubte, den Versuch eines Entlastungsangriffes zu starten. Doch meistens endete dieser schon bei Michael Pandorf und dem selbsternannten Champions League Fußballer Frank Fiedler kläglich. Letztgenannter, der von vielen schon als 3,50 €-Fehleinkauf tituliert worden war und gelegentlich auch mehr mit dem Mund Fußball spielt als mit den Füßen, präsentierte sich heute als absoluter Fels in der Brandung – lauf- und zweikampfstark und darüber hinaus passsicher wie Toni Kroos in seinen besten Zeiten.


Aber dann gab es da einen, der etwas gegen die Ruhe im Spiel hatte und nachdem die Bassenheimer Anhänger neun langweilige Minuten mit ca. 80%  Ballbesitz über sich hatten ergehen lassen müssen, war es Nico Ehrenstein, der einen quer von Denis Wießner gespielten Ball, eiskalt vollstreckte. Das Ende war das noch lange nicht. Flo wollte unbedingt noch mehr und ließ dem Torwart in der 40. Minute, wie schon so häufig an diesem Tag, keine Chance. 7:0 zur Halbzeit, die Zuschauer und auch Trainer Jens Röttgen trauten ihren Augen nicht und unausgesprochen lautete die Frage, die über allem lag und über unseren schönen heimischen Rasenplatz schwirrte: „Was war denn das jetzt?“ Ein schelmisches Grinsen von Miraculix Patrick Koch ließ schon üble Gerüchte hochkochen, aber an dieser Stelle können wir es allen hier versichern: Es war immer noch der gleiche Magnesium-Multi Zaubertrank wie in der Vorwoche.


Nachdem sich die Zuschauer beim hauseigenen Bewirtungsteam mit Kaltgetränken, Pommes und Würstchen eingedeckt hatten (und zwar zügig, da man ja kein weiteres Tor verpassen wollte), kehrten die Mannschaften auch schon zur zweiten Halbzeit aufs Feld zurück. Erst einmal ging es spielerisch auf die gleiche Art und Weise weiter. Lange hielt dieser Umstand jedoch nicht an, denn Trainingsweltmeister Luca Tesan zog bei einem Pressschlag den Kürzeren, musste ausgewechselt werden und somit stand der Mann auf dem Platz, der es jede Saison schafft, eine Trainingsbeteiligung von unter 5% auf’s Parkett zu zaubern. Max Kreuter übernahm die Rolle des Rechtsverteidigers und wusste auch sofort Akzente zu setzen. Aus halbrechter Position nahm er Maß und fackelte ein Geschoss aufs gegnerische Tor ab, welches der Torwart gerade so, aber man muss schon sagen überragend, entschärfen konnte.


Kurze Zeit darauf war es aber wieder soweit. Michael Pandorf wurde auf Höhe des Sechzehners freigespielt, legte sich den Ball technisch eher schlecht von Links auf Rechts, um dann die Sicherheitsalibi-Version eines schlechten Passes auf Flo zu spielen. Dieser bekam jedoch die Fußspitze noch dran und der Ball rutschte unter dem am Boden liegenden Torwart durch. Absolutes Kack-Tor des Monats!


Fabian Sperk war es dann wenig später, der einen von Florian Schunk herausgeholten Elfmeter-Furz trocken rechts unten zappeln ließ.
Jetzt hatte Fabian Blut geleckt und wollte unbedingt noch ein Tor, als er auch prompt einen Ball erneut von Denis Wießner quer vors Tor geleckt bekam und so ließ sich unser Kreisliga-Dino nicht lumpen und schlenzte den Ball rechts in die lange Ecke. Angetrieben von seinem kleinen Lauf tankte er sich wenige Augenblicke wieder durch den Strafraum, zog ab, Latte. Die Hintermannschaft von Weißenthurm atmete schon durch („Endlich war der mal nicht drin“), aber da hatten sie die Rechnung ohne unser kleines Kampfschwein Pandorf gemacht.Der von der Latte abprallende Ball flog zurück ins Feld und während alle noch die tolle Flugbahn des Balles staunend verfolgten, pflügte Michael heran und hämmerte den Ball per Direktabnahme und sogar mit seinem schwächeren linken Fuß  in die Maschen hinein.


Sodann war der Arbeitstag für Florian Schunk beendet und unser Günter Netzer der Kreisliga, Jörn Kailing, betrat das Spielfeld. Er schnappte sich sofort den Ball, spielte einen Pass-Einwurf für den Gegner. Jörn, das war aber nicht die Tiefe des Raums!


Danach durfte sich Nico Ehrenstein nochmals in die Torschützenliste eintragen: Angriff über rechts, Fabian Sperk sah die Lücke, spielte gekonnt quer und der einlaufende Nico musste nur noch einschieben: 12:0.


In der 85. Minute sah dann auch Trainer Jens Röttgen seine Chance gekommen und wechselte sich doch tatsächlich selbst ein und Michael Pandorf durfte duschen gehen.

Lieber Herr Röttgen, Sie haben da etwas verwechselt:
1. War es kein DFB Pokal Finale,
2. stand das Spiel nicht auf des Messers Schneide und
3. stand unser Günther ja schon auf dem Platz
Und dann kam es ja auch so, wie es kommen musste. Günther Kailing spielte den Ball auf die rechte Seite, wo Denis Wießner unbedrängt flanken konnte und Trainer Günther Röttgen wuchtete den Ball mit dem Kopf in die Maschen zum 13:0 Endstand.

Natürlich gehören zu einem Spiel auch tragische Figuren und diese standen auf Bassenheimer Seite. Der über die gesamte Partie souverän spielende Dominik Lichtenberg schaffte es auch mit ca. 30 Torschüssen nicht, einen einzigen am gegnerischen Torwart vorbei im Netz unterzubringen.

Nach dieser Superleistung ging es dann mit der gesamten Mannschaft zum alljährlichen Dorfmeisterschaftsschießen des Schützenvereins. Nachdem man anfänglich noch sehr treffsicher auch mit dem Gewehr unterwegs war und das ein oder andere kühle Blonde die Kehle heruntergeflossen war, war es schlussendlich Sebastian Eulberg, der den Sieg unserer Truppe ganz alleine zu vermasseln wusste.

Im Nachgang muss man auch mal lobende Worte für unsere Gegner aus Weißenthurm finden, die zu keinem Zeitpunkt unfair oder überhart gespielt hatten und egal wie frustrierend dieses Spiel auch gewesen sein mag, immer ein fairer Gegner waren!

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